|
In Moldau fehlt vor allem in ländlichen Siedlungen der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Ein von der DEZA unterstütztes Projekt zum Aufbau von dezentralen Trink- und
Abwassersystemen (ApaSan) trägt zu mehr Lebensqualität und Gesundheit auf dem Lande bei.
Während der Anteil an Menschen mit Zugang zu sauberem Wasser weltweit steigt, hat er in Moldawien seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgenommen. Auf dem Land fehlt es häufig an
Einrichtungen, beziehungsweise die Wasser- und Abwassersysteme aus der Sowjetzeit sind meist nicht mehr funktionsfähig.
Zugang zu Wasser Wegen der prekären Versorgung beziehen einige Dörfer ihr Wasser aus seichten, offenen Brunnen. Das verschmutzte Trinkwasser und die mangelnde
Hygiene führen insbesondere bei Kindern zu Krankheiten. 70 Prozent der ruralen Einwohner haben keinen eigenen Wasseranschluss und verfügen damit weder über eine Wasserspülungstoilette, eine Dusche
noch über fliessendes Wasser im Haushalt.
Verantwortung für Regionalregierungen Damit die Entwicklung des Landes vorankommt, ist die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und adäquaten Abwassersystemen
unabdingbar. Mit ihrer 2007 eingeführten Nationalen Strategie zur Wasserversorgung und Abwasserbewirtschaftung setzt die Regierung auf eine administrative Dezentralisierung: Die Regionalregierungen
sollen die Zu- und Abfuhr von Trinkwasser eigenständig und effizient führen. Mit staatlicher Unterstützung ist die Schaffung von Trink- und Abwassersystemen vorgesehen, die ihre Wasserressourcen aus
lokalen Quellen gewinnen.
Schweizer Unterstützung Im Interesse von Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz unterstützt die Schweiz diese Anstrengungen der Regierung. Das von der DEZA seit 2009
finanzierte Projekt ApaSan hilft lokalen Institutionen, neue Wassersysteme zu bauen und Dörfer ohne Zugang an die Versorgung anzuschliessen. Hierfür arbeitet die DEZA nicht nur mit den Behörden,
sondern auch mit der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor zusammen. ApaSan folgt auf das Programm WatSan (Water and Sanitation), welches die DEZA von 2001 bis 2008 als Teil der humanitären
Unterstützung der Republik Moldau realisierte. Mit der Hilfe dieses Programmes konnte die DEZA aufzeigen, dass dezentrale Wassersysteme und örtliche Abwasseranlagen in ländlichen Gebieten eine
nachhaltige Option darstellen. Deshalb wurde WatSan 2009 in das Entwicklungsprogramm ApaSan überführt.
Wichtige Rolle für Zivilgesellschaft und lokale Behörden Das Projekt ApaSan erstellt Wasserversorgungssysteme in Dörfern mit Kostenbeteiligung durch
Gemeindeverwaltung, Regionalverwaltung und die späteren Wassernutzer. Betrieb und Unterhalt der Trink- und Abwassersysteme überträgt die DEZA – mit Erfolg - an Wassernutzergenossenschaften. Parallel
dazu unterstützt die DEZA den Bau effizienter und umweltgerechter Abwasserreinigungseinrichtungen, insbesondere für Schulen und andere soziale Einrichtungen.
Gefragt sind auch innovative Lösungen und Modelle, um dezentrale Wassersysteme als ergänzendes System zur zentralisierten Versorgung in ganz Moldau voranzutreiben. Derzeit arbeitet die DEZA mit der
moldauischen Regierung, der Weltbank, der EU und dem Österreichischen Entwicklungsdienst (ADA) an der Entwicklung erfolgreicher Modelle, um sie in anderen Teilen des Landes zu übernehmen. Wichtig ist
die Weiterbildung und Schulung lokaler Behörden wie auch der Zivilgesellschaft, damit sie die dezentral aufgebauten Wasserversorgungs- und sanitären Anlagen effizient, nachhaltig und
eigenverantwortlich führen.
Sauberes Wasser für 8‘300 Menschen Gemäss den längerfristigen Zielen der DEZA sollen die lokalen Behörden, unterstützt von der Zivilgesellschaft, bis 2025 alle
ländlichen Einwohner mit sauberem Wasser und funktionierenden Kläranlagen versorgen können. Seit Projektbeginn 2009 haben bereits über 8‘300 Menschen, (2‘400 Hausanschlüsse) in ländlichen Gebieten
Moldaus, Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen erhalten. Im Abwasserbereich (Schulen und soziale Einrichtungen) profitieren zudem 1‘640 Menschen von neuen Kläranlagen und 2‘840 Menschen von
neu installierten Toiletten.
|
 |
Das Projekt in Kürze
Bereich
DEZA-Ostzusammenarbeit
Thema Wasser
Land Republik Moldau
Partner Skat Consulting Ltd., St. Gallen,
Austrian Development Agency (ADA)
Umweltministerium der Republik Moldau
Lokalregierungen
Water Consumers' Associations (WCA) .
Ausgangslage Die Trinkwasserversorgung in der Republik Moldau ist auf dem Land ungenügend. Die meisten Dörfer beziehen ihr Wasser aus wenig tiefen Brunnen, die sich oft in der
Nähe von Agrarland oder Latrinen befinden. Alle Dörfer an ein nationales Wasserverteilungssystem anzuschliessen, ist sehr teuer und wenig flexibel.
Ziel des Projektes In ländlichen Gebieten werden dezentrale Trink- und Abwassersysteme aufgebaut, die zu besseren Gesundheitsbedingungen in den Dörfern beitragen.
Zielgruppe Familien, Kindergarten- und Schulkinder, Lehrer, Angestellte und Kunden von sozialen Institutionen, lokale Regierungen und die Zivilbevölkerung in der zentralen
Region der Republik Moldau.
Finanzieller Rahmen CHF 8'990'000.-
Laufzeit 01. Juni 2011 – 15. Mai 2015 (aktuelle Projektphase)
Kontakt DEZA-Ostzusammenarbeit |